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Beckenschiefstand

Ein Beckenschiefstand bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Bein kürzer ist als das andere. Ist jedoch ein Bein kürzer als das andere, liegt zwangsläufig ein Beckenschiefstand vor. Es ist wichtig, zwischen einer echten Beinlängendifferenz (BLD), die häufig zu biomechanischen Problemen im Oberkörper wie Rückenschmerzen oder Skoliose sowie zu mehr oder weniger ausgeprägten Claudicatio-Beschwerden führt, und einer Schein-BLD zu unterscheiden, die einer kompensatorischen Haltung entspricht. Eine Beinlängendifferenz wird durch eine Röntgenaufnahme des Beckens in anteroposteriorer Projektion bestätigt. Die Differenz wird in Millimetern gemessen, indem der Höhenunterschied zwischen den Scheitelpunkten der rechten und linken Femurköpfe verglichen wird.

 

(Beckenröntgenaufnahme) 

Das Becken ist aus dem Gleichgewicht, d. h. es ist entweder nach rechts oder nach links gekippt. Die Wirbelsäule, die auf dem Kreuzbein ruht, beginnt an den Lendenwirbeln eine Krümmung in der Frontalebene, die weiter oben durch eine gegenläufige Krümmung ausgeglichen wird. Dies ist charakteristisch für eine skoliotische Haltung oder echte Skoliose. Bei einer Skoliose kommt es zu einer Rotation der Wirbelkörper, wodurch ein Buckel entsteht. Diese sogenannte „Darmwirbelsäulenfehlbildung“ kann erworben sein, beispielsweise durch Probleme mit den Wachstumsfugen nach einem Trauma (Stoß, Bruch), durch eine Unterbrechung der Blutversorgung der Gelenksegmente oder durch eine Infektions- oder neurologische Erkrankung.

Viele Menschen wissen nicht, dass sie eine Darmwirbelsäulenfehlbildung haben. Entweder ist das Defizit (der Höhenunterschied zwischen den Scheitelpunkten der rechten und linken Oberschenkelköpfe) gering, und man kann ein unbeschwertes Leben führen, oder das Defizit ist ausgeprägter, und Rückenschmerzen oder Hüftgelenkschmerzen können erst viel später auftreten.

 

Und genau hier liegt das Kernproblem der Prävention. Sobald eine Beinlängendifferenz (BLD) festgestellt wird, stellt sich die Frage, ob man korrigierende Maßnahmen wie Kompensations-Ferseneinlagen für das kürzere Bein oder individuell angefertigte Kompensationseinlage für die Korrektur einer Beinlängendifferenz zur Beckenkippung ergreifen sollte, um zukünftigen biomechanischen Problemen vorzubeugen. Oder sollte man abwarten und riskieren, dass diese Probleme mit den damit verbundenen Schmerzen auftreten? Wir sind der festen Überzeugung, dass BLDs korrigiert werden sollten. Das Streben nach natürlicher Symmetrie zur Erhaltung der muskuloskelettalen Harmonie ist ein grundlegendes Prinzip für die Gesundheit.

 

Die Korrektur einer Beinlängendifferenz (BLD) durch Kompensation muss über einen längeren Zeitraum und unabhängig vom Schuhwerk konsequent überwacht werden, um wechselnde Veränderungen der Muskelspannung und der Facettengelenksfunktion aufgrund des Vorhandenseins oder Fehlens von Kompensation zu vermeiden. Es ist wichtig, das Gleichgewicht und die Harmonisierung des Bewegungsapparates zu erhalten, die sich sowohl unter statischen als auch unter dynamischen Bedingungen allmählich entwickeln.

 

Seit 1988, als wir in unserer Klinik mit der Behandlung von Patienten und der Anfertigung individueller Orthesen begannen, hören wir immer wieder dieselbe Empfehlung zur Korrektur einer Beinlängendifferenz: „Kompensieren Sie 50 % des Beckenkippungsdefizits.“ Das bedeutet, das kürzere Bein um die Hälfte der im Beckenröntgenbild sichtbaren Höhe zwischen den Femurkopfspitzen auszugleichen.

 

Die individuellen Gegebenheiten sind jedoch zu vielfältig, als dass ein solch standardisiertes Vorgehen ausreichend wäre. Im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, dass bestimmte Parameter entscheidend sind. Das Alter der Person und die Dauer des Defizits scheinen ebenso wichtig zu sein wie das Defizit selbst. Tatsächlich ist es offensichtlich, dass das Anpassungspotenzial zur Kompensation einer plötzlich auftretenden Gliedmaßenbeeinträchtigung nach einem Bruch oder einer Operation bei einem jungen Menschen größer und schneller ist, während ein älterer Mensch in derselben Situation ein schrittweises Vorgehen benötigt. Was die Dauer des Defizits betrifft, so gilt: Je länger es besteht, desto ausgeprägter sind die Kompensationsmechanismen im Bewegungsapparat. Wir sind überzeugt, dass wir diese Faktoren berücksichtigen müssen, um die optimale Kompensationshöhe für jeden Einzelfall zu berechnen. Deshalb haben wir einen einzigartigen, benutzerfreundlichen Kalkulators entwickelt, der Ihnen hilft, die beste Kompensationshöhe zu finden und somit Ihre ILMI zu korrigieren.

 

(Rechnerdarstellung) 

Abhängig von den erzielten Ergebnissen werden zudem Empfehlungen ausgesprochen, insbesondere bei deutlichen Höhenunterschieden in Verbindung mit ungünstigen Faktoren wie fortgeschrittenem Alter.

Das wesentliche Merkmal einer Ausgleichssohle oder eines Fersenpolsters liegt in ihrer Konstruktion aus einem nicht-traumatischen Material, das bei einem Aufprall hochgradig komprimierbar ist und somit auch unter Belastung seine Höhe beibehält. Wir sind das einzige Unternehmen, das Kompensations-Sportferseneinlagen zum Ausgleich von Beinlängendifferenzen anbietet.

Siehe Einlagen-Ferseneinlagen

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